Archiv für die Kategorie ‘Ankommen’

Meine Uni, mein Campus, mein Block

Samstag, 13. September 2008

Meine Uni: Die Zhejiang-Universität

Die Zhejiang-Universität in Hangzhou, benannt nach der Provinz Zhejiang, ist eine der ältesten, größten, forschungsstärksten und renommiertesten modernen chinesischen Universitäten. Hier studieren rund 43.000 Studenten, die zu den wenigen Glücklichen gehören, die die harte Auswahl überstanden haben. Dementsprechend stolz und motiviert bestreiten sie ihr Studium, tragen T-Shirts ihrer Fakultät und singen die Hymne ihrer Uni!
 

Mein Campus: Der Yuquan-Campus

Der Yuquan-Campus ist einer von sechs Campus der Zhejiang-Universität und zugleich deren ehemaliges Stammgelände. An der “Jadequelle” (Yuquan) sind vor allem Naturwissenschaftler, Mathematiker und Ingenieure untergebracht - meist in monumentalen Betonbauten mit zweifelhaftem Charme, aber guter Ausstattung. Das Zentrum des Geländes, auf dem von den Studentenwohnheimen bis hin zu Frisör, Supermarkt und Fahrradwerkstatt alles für den Studentenalltag nötige versammelt ist, bildet die Bibliothek. Davor wacht ein überdimensionaler Beton-Mao, der aber nur noch als ein Relikt aus alten Tagen wahrgenommen zu werden scheint, gleichsam in seiner Rhetorik versteinert.
 

Mein Block: Das International College

Im International College sind zahlreiche Austauschstudenten (die meisten aus Korea, Japan und den USA) wie in einem Hotel untergebracht, außerdem findet hier der Sprachunterricht statt. Die Zimmer gleichen sich wie ein Ei dem anderen, auch der Blick nach draußen ist eher monoton: In alle Richtungen schaut man auf chinesische Studentenwohnheime, in denen die Zimmer meist vierfach belegt und bis weit in den Himmel gestapelt sind. Die hauseigene Kantine ist gut, günstig und richtig chinesisch, das Personal auch: Wer dachte, im International College ganz international mit Englisch durchzukommen, hat sich getäuscht!
 

Begrüßung der neuen Austauschstudenten

Mehr Fotos vom Campus gibt’s in der Bildergalerie.

Willkommen in Hangzhou!

Donnerstag, 11. September 2008

 
Flughafen Hangzhou
 

Donnerstag, 28. August, 18 Uhr: planmäßig landet Flug CA1547 aus Beijing in Hangzhou, entlässt seine Passagiere in die klimatisierten Räume eines modernen Flughafens. Allein die komischen Zeichen auf den bunten Wänden und die seltsamen Laute aus den Mündern der Menschen lassen mich erkennen, das wir gerade weder in München, noch in Paris, London oder Berlin gelandet sind.

Im nächsten Moment öffnet sich die Schiebetür, schlägt uns schwül-heiße Luft entgegen, durchdrungen von beißendem Gestank: wie vom Flughafen Münchens auf das Rollfeld Ouagadougous.

Es ist schon dunkel, als wir dann quer durch die ganze Stadt zu unserem Wohnheim fahren, in dem wir später an diesem Abend kaum ein Wort verstehen werden. Draußen rast eine neue Welt an uns vorbei, lässt meinen Mund weit offen stehen:
Erst breite Straßen, vorbei an den immer gleichen Villenhäusern, dann Hochhaussiedlungen, eine dreistöckige Kreuzung, jetzt schon der ein oder andere Wolkenkratzer, bunte, blinkende Neonleuchten - plötzlich ein See, eine alte Pagode, Berge inmitten der Stadt…

Und das ist erst der Anfang.

Blogging – The Chinese Way

Dienstag, 9. September 2008

Schon vor einer ganzen Weile in Hangzhou gelandet (vor elf kurzen Tagen, um genau zu sein), voller Eifer gewesen, ein erstes Lebenszeichen nach Hause zu schicken, doch dann:

Erst dauern die Formalitäten ein paar Tage, dann endlich Internet im Zimmer – doch nichts funktioniert. Nach einigen Stunden kommt ein Techniker, den ich ebenso wenig verstehe wie alle Anderen, weil er ebenso wenig Englisch und ich nur unmerklich mehr Chinesisch beherrsche. Wenigstens weiß ich jetzt, dass mir ein kleiner Zettel fehlt, den mir nie jemand gegeben hat; wahrscheinlich hat mir jemand erklärt, ich müsse ihn holen, doch verstanden habe ich das wohl nicht, stattdessen lieber freundlich genickt und mein weniges Chinesisch eingesetzt: “Hao, xiexie!”, “Alles klar, Danke!”.
Ein paar chinesische Zettel später ist dann auch schon mehr klar, ich surfe erstmals im chinesischen Internet, habe nicht vergessen, dass ich einen Blogeintrag schreiben wollte – und bleibe erstmal an der chinesischen Internetzensur hängen. Sogar die Wikipedia ist zugänglich, nicht aber unser gemeinsamer China-Blog. Meine Versuche, mich aus dem Uninetz zu tunneln, schlagen ebenfalls fehl: Jedes Mal bricht die Verbindung komplett zusammen, lande ich auf einer Seite mit großen, roten chinesischen Zeichen, die irgendwie recht unfreundlich aussehen.

Ein paar Tage später fasse ich mir ein Herz, setze meinen eigenen Blog auf (bisher wird er nicht geblockt), bin wieder frohen Mutes – bis das Internet im Wohnheim den Geist aufgibt, meine Daten gefangen sind in meinem überhitzten Laptop.

Seit ein paar Stunden scheint alles wieder zu funktionieren…