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U-Bahn-Tunnel in Hangzhou eingestürzt

Sonntag, 16. November 2008

Vergleicht man die chinesische Millionenstadt Hangzhou, in der ich gerade studiere, mit ihren Nachbarstädten Shanghai und Nanjing, so fällt eines besonders auf: Die fehlende U-Bahn!

Statt in unterirdischen Röhren schnell von einem Ende der Stadt zum anderen befördert zu werden oder gar mit dem Transrapid mit nicht weniger als 400 Sachen zum Flughafen zu brausen, muss ich mich hier in überfüllte Busse drängen, die oftmals eine knappe Stunde unterwegs sind, bis sie ihr Ziel erreichen. Zwar sind Taxis eine nicht allzu teure Alternative, doch zur Rush-Hour, besonders mittags und gegen Abend, ist man oft schneller mit dem Fahrrad am Ziel, als man ein freies Taxi gefunden hat…

Doch jetzt wird Abhilfe geschaffen: Seit nunmehr 2006 wird im Untergrund ein Tunnelsystem angelegt, in dem Ende 2011 die ersten Züge fahren sollen. Langfristig soll die Hangzhou Metro (杭州地铁, Hángzhōu dìtiě) mit nicht weniger als acht Linien ein Streckennetz von 278 km Länge befahren.

Doch die Bauarbeiten haben gestern einen schweren Rückschlag erlitten: Ein unter einer Straße verlaufender Tunnel der Linie 1 stürzte auf einer Länge von rund 75 Metern ein und riss dabei mindestens drei Menschen in den Tod, weitere 17 werden aktuell noch vermisst, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua soeben vermeldete.

Im Gourmet-Paradies

Sonntag, 21. September 2008

 
Gourmet-Reiseführer und Cheerday-Bier
 

Wer in den Genuss herausragender kulinarischer Spezialitäten kommen will, der muss unbedingt nach Hangzhou kommen: Wie ich der überaus informativen deutschsprachigen Broschüre mit dem klangvollen Titel “Die beste touristische Stadt von China - Hangzhou - Der Reiseführer von” entnehmen kann, ist die Hangzhouer Küche für das traditionelle Dongpo-Fleisch bekannt, “dessen Eigenschaft ist: [...] schlaff aber nicht zerbrochen, schmierig aber nicht fettig” (Seite 28).

Was könnte dazu besser passen als ein chinesisches Bier aus der Region, gebraut mit dem Wasser des nahen Qiandao-Sees? Zu meiner Beruhigung kann ich dazu auf dem Etikett meines “premium Quality”-Cheerday-Bieres lesen: “The water in Qiandao Lake is green and clear [...] and can be drunk directly without being cleaned“.

Na dann: 干杯!

Willkommen in Hangzhou!

Donnerstag, 11. September 2008

 
Flughafen Hangzhou
 

Donnerstag, 28. August, 18 Uhr: planmäßig landet Flug CA1547 aus Beijing in Hangzhou, entlässt seine Passagiere in die klimatisierten Räume eines modernen Flughafens. Allein die komischen Zeichen auf den bunten Wänden und die seltsamen Laute aus den Mündern der Menschen lassen mich erkennen, das wir gerade weder in München, noch in Paris, London oder Berlin gelandet sind.

Im nächsten Moment öffnet sich die Schiebetür, schlägt uns schwül-heiße Luft entgegen, durchdrungen von beißendem Gestank: wie vom Flughafen Münchens auf das Rollfeld Ouagadougous.

Es ist schon dunkel, als wir dann quer durch die ganze Stadt zu unserem Wohnheim fahren, in dem wir später an diesem Abend kaum ein Wort verstehen werden. Draußen rast eine neue Welt an uns vorbei, lässt meinen Mund weit offen stehen:
Erst breite Straßen, vorbei an den immer gleichen Villenhäusern, dann Hochhaussiedlungen, eine dreistöckige Kreuzung, jetzt schon der ein oder andere Wolkenkratzer, bunte, blinkende Neonleuchten - plötzlich ein See, eine alte Pagode, Berge inmitten der Stadt…

Und das ist erst der Anfang.