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Room 4408

Dienstag, 30. September 2008

 
Room 4408: Meine sieben Quadratmeter
 

Geschätzte sieben Quadratmeter Studentenwohnheim mit dem Charme eines Plattenbau-Hotels: das ist mein Zimmer im International College, mein Domizil für die kommenden Monate.
Für chinesische Verhältnisse lebe ich im reinen Luxus, die Wohnheimblocks um das College herum nichts dagegen: Hier residiere ich alleine, mit eigenem (kleinem) Bad, Schreibtisch, Telefon, Internet im Zimmer, sogar einem Fernseher. Zum Glück habe ich letzteren in Anbetracht des chinesische Programms gleich in den geräumigen Schrank verbannt, wo er nun ein trauriges Dasein in Gesellschaft meiner dreckigen Wäsche fristet.

Viel wichtiger als all diese Trivialitäten sind hier in China aber

  • die große, blaue Thermoskanne, in der stets heißes Wasser voller Freude auf den nächsten Aufguss wartet;
  • die stromfressende Klimaanlage, ohne die in schwülen Sommernächten kaum an Schlafen zu denken wäre, von Arbeiten während der Mittagshitze ganz zu schweigen;
  • die Zimmernummer 4408, die wohl jedem Chinesen einen kalten Schauer den Rücken herunter laufen lässt, denken viele doch bei der unglückbringenden Vier (四, sì) gleich an den ähnlich klingenden Tod (死, sǐ)…

Mehr Fotos gibt’s in meiner Bildergalerie.

Meine Uni, mein Campus, mein Block

Samstag, 13. September 2008

Meine Uni: Die Zhejiang-Universität

Die Zhejiang-Universität in Hangzhou, benannt nach der Provinz Zhejiang, ist eine der ältesten, größten, forschungsstärksten und renommiertesten modernen chinesischen Universitäten. Hier studieren rund 43.000 Studenten, die zu den wenigen Glücklichen gehören, die die harte Auswahl überstanden haben. Dementsprechend stolz und motiviert bestreiten sie ihr Studium, tragen T-Shirts ihrer Fakultät und singen die Hymne ihrer Uni!
 

Mein Campus: Der Yuquan-Campus

Der Yuquan-Campus ist einer von sechs Campus der Zhejiang-Universität und zugleich deren ehemaliges Stammgelände. An der “Jadequelle” (Yuquan) sind vor allem Naturwissenschaftler, Mathematiker und Ingenieure untergebracht - meist in monumentalen Betonbauten mit zweifelhaftem Charme, aber guter Ausstattung. Das Zentrum des Geländes, auf dem von den Studentenwohnheimen bis hin zu Frisör, Supermarkt und Fahrradwerkstatt alles für den Studentenalltag nötige versammelt ist, bildet die Bibliothek. Davor wacht ein überdimensionaler Beton-Mao, der aber nur noch als ein Relikt aus alten Tagen wahrgenommen zu werden scheint, gleichsam in seiner Rhetorik versteinert.
 

Mein Block: Das International College

Im International College sind zahlreiche Austauschstudenten (die meisten aus Korea, Japan und den USA) wie in einem Hotel untergebracht, außerdem findet hier der Sprachunterricht statt. Die Zimmer gleichen sich wie ein Ei dem anderen, auch der Blick nach draußen ist eher monoton: In alle Richtungen schaut man auf chinesische Studentenwohnheime, in denen die Zimmer meist vierfach belegt und bis weit in den Himmel gestapelt sind. Die hauseigene Kantine ist gut, günstig und richtig chinesisch, das Personal auch: Wer dachte, im International College ganz international mit Englisch durchzukommen, hat sich getäuscht!
 

Begrüßung der neuen Austauschstudenten

Mehr Fotos vom Campus gibt’s in der Bildergalerie.