Artikel mit ‘Mathe’ getagged

Alive and Kicking

Dienstag, 12. Mai 2009

Obgleich meine andauernde Abstinenz von den modernen Möglichkeiten der Massenkommunikation zu verschiedenen Vermutungen verleitet haben könnte, bin ich gesund und munter wie eh und jeh!

Überlebt habe ich in den letzten Monaten unter anderem (in konsequent anti-chronologischer Ordnung):
 

Eine wilde Bootstour auf dem Westsee mit sympatisch verrückten Mitgliedern der Studentenvertretung (学生会, xuésheng huì)
 

Einen Trip nach Hong Kong (香港, Xiānggǎng), wo westliche Kultur und chinesische Welt auf eine faszinierende Art farbenfroh verschmelzen
 

Yangshuo (阳朔, Yángshuò), ein Touristenmoloch in Südchina, das seine Opfer mit seiner bezaubernder Landschaft anlockt
 

Einen rasanten Ausflug in die Reisterrassen nördlich von Guilin (桂林, Guìlín)
 

Eine durchaus wilde und wenig komfortable chinesische Achterbahn (过山车, guòshānchē)
 

Ein nahrhaftes Wochenende zu Gast in der Familie meiner guten chinesischen Freundin und Kommilitonin Huang Ying (黄颖, Huáng Yǐng)
 

Einen Anflug von Höhenangst auf einem nur teilweise restaurierten Stück der Chinesischen Mauer (万里长城, Wànlǐ Chángchéng)
 

Heerscharen von Touristen aus allen Provinzen Chinas und der ganzen Welt in Peking (北京, Běijīng)
 

Den Besuch von einem ganz besonderen Menschen (小猫, Xiǎomāo)
 

Eine Nacht bei einem älteren chinesischen Ehepaar in einem Dorf inmitten des wunderschönen Landkreises Wuyuan (婺源, Wùyuán)
 

Schöne Abende am Ufer des Westsees (西湖, Xīhú)
 

Einen Tagesausflug ins historische Wasserdorf Wuzhen (乌镇, Wūzhèn), dessen alter Dorfkern sich entlang eines Kanals erstreckt
 

Hochgeschätzten internationalen, fast schon multikulturellen Besuch
 

Die Einweihung unserer neuen WG außerhalb des Campus, in der ich seit nunmehr drei Monaten mit Philipp (Deutschland) und Hendy (Indonesien) lebe
 

Eine Tour nach Nanjing (南京, Nánjīng), historische Hauptstadt der Republik China
 

Das laut und lang gefeierte Frühlingsfest (春节, chūnjié) zum Auftakt des chinesischen Jahrs des Erd-Rinds
 

Einen absehbaren, dennoch nicht minder folgenschweren Abschied
 

Die Abschlussklausur in Algebraische Topologie (代数拓扑, dàishùtuòpū) und damit einen echten chinesischen Schein
 

Sylvester mit einer genialen internationalen Gruppe im märchenhaften, aber extrem kalten Budapest (布达佩斯, Bùdápèisī)
 

Eine nette Weihnachtsvorfeier mit meiner international besetzten Klasse (im Bild: der frankophone Block)
 

Eine rührende Auszeichnung als “Delegate of Friendship” bei der Pan-Yangtze River Delta Model United Nations Conference 2008 (Thema im internationalen Plenum: Umweltpolitik; im chinesischen Teil: Menschenrechte)
 

Mehr Fotos in der Bildergalerie!

Abgetaucht: Schwimmübungen im Meer chinesischer Zeichen

Donnerstag, 20. November 2008

Wie man mir vorsichtig, aber doch bestimmt mitteilte, scheint sich ein Eintrag mit dem (zugegebenermaßen etwas reißerischen) Titel “U-Bahn-Tunnel in Hangzhou eingestürzt” nicht besonders dafür zu eigenen, nach langer Abstinenz ein beruhigendes Lebenszeichen abzusetzen - daher wollte ich es diesmal mit der Metapher eines im Meer chinesischer Zeichen ertrinkenden Studenten versuchen…

 
Chinesische Zeichen überall
 

Seit nunmehr zehn Wochen lerne ich während zwanzig Stunden pro Woche Chinesisch, büffle zusammen mit Koreanern und Mexikanern Grammatik (语法, yǔfǎ), lausche im Hörverständnis-Kurs (听力, tīnglì) meinem amerikanischen Klassenkameraden, parliere im Sprechtraining (口语, kǒuyǔ) mit einer Französin und einem Belgier elegant auf Französisch und entziffere im Lesekurs (阅读, yuèdú) ebenso wie meine Kommilitonen aus Schweden, Australien und Jemen Unmengen an Zeichen. Wenn der Unterricht vorbei ist, geht es ans Vokabeln lernen, die alle paar Tage in einem Diktat abgeprüft werden. Offen gestanden: Ich wurde am Anfang einfach zu hoch eingestuft.

In meinem Stundenplan ist das Wochenende frei, doch auch für sowas gibt es hier Abhilfe: samstags ein bilinguales Topologie-Seminar (ein Vortrag gemeinsam mit Sina steht im Dezember an), sonntags Mathehausaufgaben für Algebraische Topologie - die Vorlesung wird zwar auf Chinesisch gehalten, glücklicherweise aber in Englisch notiert!

Und so schwimme ich weiterhin vergnügt im riesigen chinesischen Ozean, mich von Zeit zu Zeit an einen Torus (so sagt man in der Topologie zu einem Schwimmring) oder ein anderes mathematisches Objekt klammernd…